Mittwoch, 24. Januar 2007

Big City Life

8:00 Uhr. Der Wecker schrillt. Wahrscheinlich zeitgleich mit Millionen anderer Wecker. Der Tag beginnt - meistens nach einer viel zu kurzen Nacht. Die Boote verlassen bereits den Hafen wenn ich verschlafen aus dem Fenster schau. Ein grosses Kreuschiff zieht unter mir vorbei, auf den offenen Ozean hinaus. Endlich vor dem Haus klinkt man sich in die Menge ein, die sich auf den meterbreiten Gehwegen vorwaerts in die Bueros draengt. Nicht jeder hat es eilig (wie ich), und ueberholen ist schwieriger als in Imola. Da kommt vor mir ein Schwung Hongkonger aus dem Ubahnschacht auf die Strasse. Sie kommen von den New Territories und nehmen jeden Tag Fahrten von 2 Stunden in Kauf, dafuer sind die Wohnungen guenstiger. Die Wege der zwei Menschenstroeme kreuzen sich. Das kann man sich am besten wie eine Szene aus dem Film Braveheart oder einer dieser antiken Schlachten mit aufeinander zustuermenden Kaempfern vorstellen. Am besten ist, die Haende immer am Koerper lassen und dein Gegenueber im Auge behalten. Wer auf den Boden schaut, oder stehen bleibt wird ueberrannt. Die Masse wird in ihrer Bewegung etwas langsamer; durchmischt sich. Die Taxis hupen. Eine Menschentraube, die sich am 30 Meter langen Zebrastreifen aufgereiht hat blockiert den restlichen Gehweg. Leute, diese Stadt bebt vor Leben!
Und am Abend geht es kein wenig ruhiger zu. Hongkonger/innen fahren nach der Arbeit nicht nach Hause, sondern sind in der Stadt unterwegs. Ihre Lieblingsbeschaeftigungen sind shoppen, shoppen, oder Window-shoppen. Sportbegeisterte gibt es nicht viele, aber diejenigen treffen sich dann auf den ueberfuellten Basketballplaetzen, oder vor der Playstation. Technik steht hier hoch im Kurs, und die 2 stuendige Ubahnfahrt vergeht auch viel schneller, wenn man die neueste Version der Playstation Portable in Haenden haelt.
Die Stadt ist im allgemeinen sehr sauber und gepflegt. Eine eigene "Polizeieinheit" - wenn man das so nennen darf - geben acht, dass niemand auf den Boden spuckt. Spucken ist bei Strafe verboten wer erwischt wird zahlt. Grund ist nicht, dass die Strassen bei so vielen Menschen nicht mehr auftrocknen wuerden, sondern um die Uebertragung von Bakterien und Krankheitserregern zu vermindern. Beruehrungsaengste darf man ja in Hongkong sowieso nicht haben, aber welche Panik unter der Bevoelkerung zu Zeiten des SARS geherrscht haben muss, kann ich mir erst jetzt vorstellen. Das ist Gott sei Dank vorbei, schon am Flughafen wird von jedem Einreisenden die Koerpertemperatur gecheckt.
Bevor dieser Bericht aber hier noch zu lang wird und keiner mehr bis zum Ende kommt moechte ich nur noch eines sagen, und zwar was zum Nachtleben: Ausgehen kann man hier 7 Tage die Woche, in den 24h Bars sogar rund um die Uhr. In den Clubs und Bars von Lan Kwai Fong und Wan Chai trifft man vor allem viele Xpats. Meine neue Wohnung liegt da ziemlich zentral dazwischen. Ich werd dann mal fragen, ob man meinen Gehalt nicht gleich dem Barmann ueberweisen kann ;)


Montag, 15. Januar 2007

Die Down Town Kollision

Hallo Leute
Geniesst schon mal die ersten Bilder. Dieses Wochenende war eine Stadtbesichtigung angesagt, um mich endlich irgendwie hier zurecht zu finden. Also rein ins Zentrum... Hongkong zaehlt in etwa gleich viele Einwohner wie Oesterreich - so um die 8 Mio - und trotzdem ist die beste Art sich fortzubewegen das oeffentliche Verkehrsnetz. Sei es mit der Ubahn, Tram oder den Faehren. Wer ein Auto hat, ist sehr reich und loehnt Steuern ohne Ende. Es gibt hier viele reiche Chinesen. Mit den Faehren kommt man auch von der Hauptinsel weg auf das Festland (Kowloon) oder zu einer der vielen umliegenden Inseln (Lantau, Tung Lung), wo die Zeit noch einen Takt langsamer ablaeuft als im Zentrum der Metropole. Dort bieten sich einem auch herrliche Natur-und Kletterspots, die ich in den naechsten Wochen abchecken werde.
Unbedingt erwaehnen moehte ich auch die weltberuehmte Skyline Hongkongs, die es mir auch fototechnisch ziemlich angetan hat Diese vielfaeltige Wolkenkratzerarchitektur entwickelte sich schlichtweg aus Platzmangel, weil die alten Briten nur wenig Baugrund zur Verfuegung hatten. Die in den Himmel ragenden Hochhaeuser wurden alle entlang der Hafenfront, rund um die in der Mitte sich erhebenden und tropisch bewaldeten Huegel, gebaut. Ueber ganz Hongkong ragen so rund 7700 Wolkenkratzer auf, und bieten von Kowloon aus eine beeindruckende Skyline. Schluss mit dem Reisefuehrergeschwafel... Hongkong hat viele unterschiedliche Seiten, die es zu entdecken gibt. Das wird auf alle Faelle ein spannendes Jahr... Martin
PS: Ich meld mich bald wieder mit ein paar Fotos von meiner Abschiedsfeier!


Der Tiroler und sein Schnapps

Leicht muede und gleich im Hongkong-Zoll begann mein Abenteuer. Ich hab vermutlich zu verchlafen geschaut,.. oder unsicher. Ich haette vielleicht auch nicht an dem Zollinformationsstand so lange herumstehen und mir die Broschueren - "was ist erlaubt und was nicht" -durchlesen sollen. Das schuert Interesse bei den Beamten. Am "Nichts zu verzollen" Durchgang wurde ich dann ausgewaehlt. Zufaellig. Meine Tasche durchwuehlt. Ich machte mir umsonst Sorgen um meine 2kg Ueberlebensration Speck, aber die 2L Schnapseinfuhr verstiess gegen die Vorschrift. Der Beamte liess mich trotzdem durch, aber verwarnte mich: "Das naechste Mal,..." Ich denk mir nur: Beim naechsten Mal bleib ich nicht mehr am Zollinformationsstand stehen...

Donnerstag, 11. Januar 2007

Ueberall Kartons

Mein Zimmer geht ueber. Gestern hab ich endlich meine ganzen privaten Sachen geliefert bekommen - auch meinen Computer. Ich bin ja seit Montag Mittag auf der Hongkong - Hauptinsel. Fuer sehrlange Zeit, ueber ein Jahr! Mir wird es so langsam bewusst... Der kleinwuechsige Hongkongese hat ziemlich geschwitzt als er meine 6 Umzieh-Kartons in den 26. Stock brachte. Gott sei Dank wohn ich zurZeit in einem dieser Service-Apartments, das eigentlich zu einem guten Hotel gehoert, und so wurde mir alles bis an die Tuer geliefert. Seitdem stapeln sich die Kartons in jeder Ecke. Es ist alles wie gesagt leider viel zu klein. Ich werd auf Wohnungssuche gehen. Suche vor allem auch was wo ich leichter Kontakte knuepfen kann. Habe gestern mit Chinesen Basketball gespielt. Sie konnten kein Englisch, was das"Kontakt-knuepfen" um einiges erschwert. Chance hatten sie sowieso keine. Ausserdem hab ich das Service-Apartment ohnehin nur einen Monat lang. Deshalb brauch ich meine Kartons auch noch...